Montag, 20. Februar 2017

Ich bin ein Seeräuberkapitän...

Meine Tochter mag Donikkl: Vor allem sein "Pirat" hat es ihr angetan. Als dann auch noch ein Piratentanz für die Karnevalsparty in der Grundschule einstudiert wurde, kam dann schnell der Wunsch nach einem Piratenkostüm auf.

Tja, eigentlich war zu diesem Zeitpunkt das Kostüm eines mittelalterlichen Burgfräuleins schon fertig.... "Mamaaaaa, ich kann doch nicht als Prinzessin zu einem Piratenlied tanzen. Ich will viel lieber eine Piratenprinzessin sein." Naaaa gut...

Also hieß es einmal mehr in der Stoffsammlung wühlen. Da ihr dies am Samstag Nachmittag nach Ladenschluss des hiesigen Stoffhändlers einfiel, kam erschwerend UWYH dazu. Zum Glück fiel mir ein cremefarbener Bettbezug in die Hände, der sich für ein längst angedachtes Projekt eignete: Den Schnittmusterhack aus einem amerikanischen Blog. Eigentlich sollte es nach Ankündigung der Bloginhaberin auch einen Schnitt dazu geben, aber den habe ich leider vergebens gesucht. Also habe ich den Grundschnitt schon vor längerer Zeit selbst gebastelt. Jetzt musste der nur noch aus dem Bettbezug zugeschnitten und genäht werden. Ein bisschen getüftelt habe ich an der Saumrüsche, die ich ein wenig anders angelegt hatte als im Original. Aber ansonsten ist es alles in allem ein schnell und einfach zu nähender Rock geworden, den ich mir für meine wilde Maus durchaus auch noch einmal (wie das Original) in Naturtönen vorstellen kann.

Das Bandana entstand nach einem Freebook von Hexenklexse - ebenfalls aus dem cremefarbenen Bettbezug. Ein weiteres Reststück wurde zur Schärpe umfunktioniert - dekoriert mit ein paar goldfarbenen Fransen aus einem Überraschungspaket vom Stoffmarkt. Schließlich braucht auch eine Piratenprinzessin ein Schwert zum Verteidigen gegen Seeungeheuer,  nervige Klassenkameraden oder als Argumentationsverstärkung beim Plündern der Süßigkeitenschublade.

Da Creme jetzt nicht so die übliche Piratenfarbe ist, durften die drei Teile mit roter Textilfarbe eine Runde in der Waschmaschine drehen. Unmittelbar vor dem Farbbad gab es eine kurze Schrecksekunde: Ich hatte die Materialzusammensetzung des Bettbezuges nicht geprüft und hatte kurzfristig Panik, dass es sich um ein reines Polytier handelt. Zum Glück war es aber doch reine Baumwolle, so das dem Farbbad nichts im Wege stand. Wäre es eine Kunstfaser gewesen, hätte ich ein 1A-Teil für die Tonne produziert. Denn Creme mit roten Nähten sieht doch sehr merkwürdig aus. Aber da ich kein Baumwollgarn im haus hatte, hatte ich direkt mir rotem Faden genäht.

Komplett wird das Set durch eine naturfarbene Bluse. Hierfür habe ich ein englisches Freebook für ein sogenanntes Peasant Dress genommen. Im Prinzip ist das eine Bluse mit überschnittenen Ärmeln und Gummizug am Ausschnitt. Verwendet habe ich hier ein Stück Bomull vom großen Schweden.

Die Weste ist ebenfalls zusammengestückelt. Für den Schnitt habe ich als Basis das Party Dress von Cottage Mama genommen. Allerdings wurde das Rückenteil mit der Überlappung für die Knopfleiste zur Vorderseite, und die Vorderseite im Bruch zum Rücken. Geändert habe ich außerdem die Ausschnittkanten: statt dem tieferen Ausschnitt auf dem Teil im Bruch habe ich hier die flachere Kante vom Rücken genommen. Auf den Teilen mit Überlappung habe ich einfach einen neuen Halsausschnitt gezeichenet. Ich habe inzwischen so viele Kleider nach dem Party Dress-Schnitt genäht, das geht inszwischen flott von der Hand. Material waren irgendwelche schwarzen Reste aus der Scrabs-Kiste. Abgerundet wird die Weste mit ein paar Goldknöpfen aus der großen Knopfsammelkiste.

Alles in allem ist das gesamte Kostüm in knapp sechs Stunden Nähzeit entstanden. Aber es ist ein wundervolles Ensemble, das auseinander genommen und anders kombiniert auch nach Aschermittwoch seinen Platz im Kleiderschrank finden wird.