Samstag, 16. Juli 2016

Ein Ausflug in die Scheibenwelt

*Staub wegwisch*

Ist ein bisschen ruhig geworden hier. Bedingt durch berufliche Veränderungen kam ich im letzten halben Jahr allerdings nur wenig an die Nähmaschine. Trotzdem ist ein - wie ich finde - schönes Projekt für mich entstanden.

Ich habe einen ersten Ausflug in die bunte Welt des Cosplay gewagt. Inspiriert hat mich dazu ein von mir sehr geschätzter Schriftsteller: Terry Pratchett. Auf seiner Scheibenwelt wimmelt es nur so von herrlich schrägen Charakteren: Ich sage nur Tod, die Nachtwache und die Unsichtbare Universität. Aber "meine" Lieblingscharaktere sind in einem anderen Winkel dieser wundervollen Welt zu Hause: Die Hexen von Lancre. Hier hat es mir insbesondere Nanny Ogg angetan. Und da ich dieser auch von meiner Figur her eher näher stehe als Esme Wetterwachs, lag es auf der Hand, diesem Charakter zunächst einmal als Karnevalskostüm Leben einzuhauchen.

Es gibt einige Darstellungen von Nanny Ogg, die ich mir zur Inspiration etwas näher angesehen habe. Paul Kidby zeichnet Nanny stets mit einer Art Bauernbluse, außerdem scheint sie einen wadenlangen ausgestellten Rock zu tragen. Das führte mich schließlich zu der Idee, ein schlichtes Kleid mit Teilungsnähten und eine Bauernbluse als Basis für das Kostüm zu wählen. Da es beim Fliegen auf dem Besen stets kühl sein kann, dürfen natürlich ein Unterrock und lange, warme Unterhosen nicht fehlen. Zusätzlich sollte meine Nanny noch ein Cape bekommen. Also ging ich erst einmal Material beim Möbelschweden shoppen.


Schnitte für die Umsetzung waren relativ schnell in der Sammlung gefunden. Die lange Unterhose bastelte ich mir aus dem Grundschnitt der Hose nach kaidso onlinekurse. Die Hose ließ sich schnell nähen und bot ausreichend Platz für warmes Untendrunter.

Das Kleid sollte nach dem Kleid mit Prinzessteilung von Passt! Selberschneidern nach Maß enstehen. Diesen Schnitt habe ich für meine Tochter schon mehrfach genäht und für gut befunden. Für mich und meine Figur war dies der erste Versuch). Für das Cape nahm ich ebenfalls einen bewährten Schnitt von Passt!, den ich ebenfalls schon mehrfach für meine Tochter umgesetzt habe. Der Unterrock sollte ein einfacher Stufenrock mit gerüschten Stufen werden und ließ sich ohne Probleme ohne Schnittmuster umsetzen. Die Bauernbluse konstruierte ich selbst nach dieser Anleitung. Die passenden Schuhe standen schon im Schrank. Bei der ersten Anprobe fühlte ich mich schon recht wohl in der ganzen Montur.

Wie sich schließlich an den Karnevalstagen herausstellte, war es keine schlechte Idee, Wetterkapriolen Anfang Februar zu berücksichtigen. Vier Tage lang war das Kostüm zu vier Umzügen im Dauereinsatz und hat selbst Windböen, Sturmwarnungen und dem ein oder anderen Regenschauer getrotzt. Die Regenjacke, die hier auf dem Bild zu sehen ist, hätte ich eigentlich nicht gebraucht - die ging einen Tag lang nur zur Sicherheit mit.

Die vielen Stofflagen haben schön warm gehalten: durch Petticoat und Unterhose kam kaum eine Windböe durch. Platz für eine zusätzliche wärmende Schicht war auch noch ohne Einengen oder Abzeichnen. Das Fleececape war warm und mollig und lies sich sehr gut ohne Würgegefühl tragen. Lediglich der Hut hob ein paar Mal ab und wanderte zum Schluss in die Tasche. Auch die roten Schnürpumps blieben zu Hause: Meine roten Winterstiefel mit Lammfell-Futter waren bei dem unbeständigen Wetter die besseren Begleiter - und gefielen mir am Ende sogar noch besser, weil sie irgendwie "mehr" Nanny Ogg waren.

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