Freitag, 30. Oktober 2015

Süßes oder saures Upcycling




Jedes Jahr am 31. Oktober treiben unheimliche Gestalten in einem beschaulichen kleinen Ort am Rhein ihr Unwesen: Dann laden die Engerser Nachtwächter alle mutigen Kinder zur "Geisterführung" ein. Ich habe auch schon im Geisterkostüm auf der Schlosstreppe am Rheinufer gestanden und mich von den Kindern mit einem beherzten "Geister, haut ab" wegjagen lassen. Seit zwei Jahren darf ich dieses gelungene Schauspiel von der anderen Seite betrachten: Gemeinsam mit der Maus scheuchen wir zwielichtige Gestalten ins Dunkel der Nacht zurück. Für die Maus sind nicht nur die schönen Geschichten ein Highlight, die die Nachtwächter Richard, Michael und Gerd erzählen. Für sie zählt natürlich auch die Frage: "Was zieh ich an?" zu den Höhepunkten im Vorfeld des "Hau-ab-Tages".

Da ist meine Maus ähnlich wählerisch wie eine Hollywood-Diva vor der Oscarverleihung. In diesem Jahr wollte sie erst kein Kostüm anziehen, kam aber dann fünf Tage vor dem Ereignis auf die Idee, sich als Vampirkönigin zu kleiden. Zu gekauften Kostümen habe ich ein eher zwiespältiges Verhältnis. Oft ist eine Menge Geld fällig für einen dünnen Fetzen aus dem billigsten Faschingssatin. Mal abgesehen von der Tatsache, dass einem das Kostüm regelmäßig in x-facher Ausführung begegnet, sind diese Fetzen nur für Feste in geschlossenen Räumen geeignet. Ein dicker Pullover passt da nicht drunter - von einer Jacke ganz zu schweigen. Also fließen die ersten Tränen, weil das Kostüm unter einer Winterjacke verschwindet. Daher mache ich zu jedem Kostüm eine passende Jacke oder ein warmes Obendrüber, das aber auch vom Stil her passt.

Ein Kleid und ein passender Umhang erschienen mir als die einfachste Lösung. Beides lässt sich gut und schnell realisieren. Zunächst habe ich nach passenden Stoffen gesucht. Aufgrund der Kürze der Zeit kam nur "Use What You Have" in Frage. Also wurden sämtliche Stoff- und Upcyclingkisten ausgeräumt und siehe da, ich wurde fündig. In meiner Upcycling-Kiste fand sich ein weiter schwarzer Trachtenrock mit Schattenstreifen und einem aufwändigen Saum mit Samtborde, Spitze und Rosenband. Das könnte ein perfekter Rock für eine dunkle Majestät geben. Aber wie gestalte ich das Oberteil? Zudem hatte ich Skrupel, den schönen Stoff zu zerschneiden. Einmal Nachmessen brachte mich auf die Idee, ein Kleid mit einem Empire-Oberteil zu nähen. So könnte ich den Rockstoff in der gesamten Länge erhalten und hatte das Säumen und Betüdeln des Saumes gespart. Der Rock wurde unterhalb des gestiftelten Bereichs abgeschnitten und die obere Kante versäubert. Auch den Unterrock habe ich abgeschnitten und oben versäubert. Beides wird später in Falten gelegt, um auf die Unterbrustweite der Maus zu kommen. Das Oberteil des Empirekleides stammt von PASST! Golden Pattern. Das Kleid mit Prinzessteilung stand schon im letzten Jahr Pate für das Geisterkostüm, daher weiß ich, dass ich bei der Maus ohne große Anpassungen den Schnitt umsetzen kann. Die Empiretypische Silhouette mit der hohen Taille habe ich einfach daraus selbst konstruiert und den Schnitt ein paar Zentimeter unterhalb der Brustebene gekürzt. Aus den Ärmelvariationen habe ich den Puffärmel gewählt, weil der der Empiresilhouette wieder am nächsten kommt. Ein Stückchen Samt für den Brustlatz und ein altes Hemd des Mausepapas fanden sich schnell als geeginetes Material. Das Oberteil zweimal zugeschnitten, um auch gleich ein Futter zu haben, und dann konnte es auch schon an die Maschine gehen. Das Nähen des Oberteils war keine große Herausforderung. Ich mag Kleider mit Teilungsnähten, daher gehen mir diese Teile gut und schnell von der Hand. Ein bisschen kniffeliger war es, Unterrock und Oberstoff auf die Weite des Oberteils einzuhalten. Der Oberstoff ist ungefähr vier bis fünfmal so weit wie der Brustumfang der Maus. Ich habe mich entschieden, beides in Falten zu legen und auch die Verbindung mit größeren Stichen zu nähen. So habe ich die Möglichkeit, das Rockteil später noch einmal abzutrennen und den Stoff bei Bedarf für ein weiteres Vampirkostüm in einer größeren Größe wiederzuverwenden.  So oder so war es aber eine ziemliche Murkserei, bis die Stoffmenge endlich in der Taille untergebracht war.


Für das Obendrüber wurde ich ebenfalls bei PASST! mit dem Kapuzencape fündig. Ein gelungener, schnell genähter Schnitt, der auch wirklich warm hält und schön prinzessinnenhaft flattert. Der Schnitt hat sich bei meiner Maus schon im vergangenen Jahr bewährt. Da für einen Vampir schwarz die Farbe der Wahl ist, entsteht das Cape aus zwei schwarzen Fleecedecken. Den Knitterfalten werde ich noch zu Leibe rücken - entweder ins Badezimmer hängen, wenn geduscht wird oder bei Nebel draußen auf die Leine, dann hängt sich der Stoff schnell schön glatt. Außerdem kommt der Zierverschluss vom Rock hier zu neuen Ehren und hält den Umhang am Hals zusammen - Funktionell und trotzdem ein Blickfang, so mag ich es. Aber da ich skeptisch bin, ob der Verschluss auch dem wilden Treiben eines Vampirs standhält, habe ich sicherheitshalber noch einen Druckknopf darunter versteckt. Eventuell umsteche ich die Kanten des Capes noch mit schwarzem Stickgarn im Festonstich, um einen Saum vorzugaukeln. Abschließend werde ich noch Armstulpen aus Fleece nähen, damit die Unterarme auch schön warm sind.

Der Maus gefällt das Kleid, sie fühlt sich drin wohl und sie wird auch nicht drin frieren, wenn sie untendrunter warm verpackt wird. Es raschelt schön durch den Taft, wie ein richtiges Ballkleid. Das ganze Ensemble kommt mir schon ziemlich schwer vor, aber das ist auch der Unterschied zu den gekauften Teilen. Hier stecken vernünftige Stoffe drin und kein billiges Polyzeug.

Jetzt kann der "Hau-Ab-Tag" kommen. Bis bald - Euer Huhn mit Blog

Montag, 26. Oktober 2015

Neues von kaidso onlinekurse: Shirt Maritim und Shirtkleid Segue



Seit ein paar Wochen gehöre ich zum Stammteam von Svenja und ihrem Label kaidso onlinekurse.  Es macht Spaß, mit vielen anderen engagierten Näherinnen an einem Thema zu tüfteln, zu nähen und schließlich die unterschiedlichen Ergebnisse zu bestaunen. Davon gab es in den letzten Tagen eine Menge zu sehen. Denn bei Svenja war die letzten Wochen mächtig was los: Eine ganze Reihe von Videokursen wurde von uns Stammis und vielen anderen hilfreichen Geistern auf Herz und Nieren geprüft. Mit dabei war unter anderem noch einmal mein Lieblingsschnitt des Shirtkleides Segue, den ich euch schon einmal hier vorgestellt habe.

Svenja ermuntert uns (und ihre KursteilnehmerInnen) immer wieder, nicht an den Schnitten wie am Evangelium festzuhalten, sondern selbst mit ihnen zu spielen und zu experimentieren. Das habe ich bei diesem Probenähen ausgiebig getan und zwei schöne Segues für meinen Kleiderschrank gezaubert.

Die Verwandschaft mit meiner rot-blauen "Supermama-Segue" oben kann meine "wilde" Segue links nicht verleugnen: Der große Kuschelkragen im Leoprint und die geraden Ärmel legen davon Zeugnis ab. Da ich mit meinen Maßen zu den X-Elfen gehöre, stellt mich die Konstruktion direkt auf dem Stoff manchmal vor ein kleines Problem. Die meisten Sweatstoffe liegen 140 cm breit - aber wenn ich ein Hüftmaß von 137 cm habe, kann ich die Standardkonstruktion von Svenja leider nicht 1:1 auf mich übertragen. Daher ist für mich Tüfteln angesagt. Die notwendige Bequemlichkeitsweite, die das Longshirt an dieser Stelle benötig, habe ich über den Einsatz von zwei Keilen aus dem Leostoff an den Seiten erreicht. So fällt das Longshirt locker über die Hüften und überspielt auch leicht meinen Bauchansatz. Auf den Bund am Saum habe ich verzichtet, da das Shirt durch den Loeprint auffallend genug ist. Verwendet habe ich hier einen schwarzen Sommersweat aus Baumwolle, der Leoprint ist ein Fundstück aus einem Stofftauschpaket und vermutlich Viskose. Übrigens: Auch die Hose, die ich auf diesem Bild hier trage, entstand nach einem Kurs von Svenja - mehr zu ihr gibt es demnächst hier zu lesen.




















Komplett von der Vorlage gelöst habe ich mich mit meiner Newspaper-Segue. Sie entstand nicht wie die beiden anderen aus Sweat oder Jersey, sondern aus einem Jeansstoff mit 6 Prozent Elasthan-Anteil. Svenja entwickelt ihre Kurse kontinuierlich weiter. Da ich nicht die einzige Nähfee im Übergrößenbereich bin, tüftelt Svenja darüber hinaus an Möglichkeiten, ihre Schnitte an die Besonderheiten der XXL-Figuren anzupassen. Zwar erlaubt die Konstruktion nach den eigenen Körpermaßen schon eine ziemlich gute Annäherung an die perfekte Passform, aber manchmal braucht es darüber hinaus ein paar Tricks und Kniffe, um die Kleidungsstücke noch besser an die eigene Figur anzupassen. Ich bin ein Freund von Abnähern: Sie sorgen dafür, dass auch ein kleiner Kugelfisch wie ich eine annähernd vorzeigbare Figur erhält. Gerade bei Übergrößen sind Abnäher in meinen Augen unverzichtbar. Daher hat es mich sehr gefreut, dass Svenja für die Segue einen ersten Entwurf eines Tutorial für Brustabnäher konzipiert hat, den sie im Stammteam vorgestellt hat. Ich habe mir das Video angesehen und bin begeistert: So einfach habe ich noch nie Abnäher an einem Oberteil gesetzt - und die sitzen exakt da, wo sie hingehören. Die Abnäher sind leider im Moment noch nicht verfügbar, werden aber schon in Kürze mit einigen Zusatzkursen für X-Elfen das Angebot von Svenja ergänzen.

Das Oberteil meiner Segue hier wurde mit einem Beleg verstürzt. Auf einen Blickfang wie den Tunnelzug im Originalschnitt wollte ich trotzdem nicht verzichten: Hier entschied ich mich für eine Applikation aus einen Patchworkstoff mit Zeitungsprint. Bis vor wenigen Wochen drehte sich mein Alltag rund um die Zeitung. Als rasende Reporterin war ich ständig unterwegs auf der Suche nach der nächsten Geschichte. Diese Applikationen sind ein kleiner Gruß an eine Zeit, die mir sehr viel gegeben hat und die ich auf keinen Fall missen möchte. Auch wenn ich jetzt zu neuen Ufern aufgebrochen bin.

Neben dem Shirtkleid Segue hat Svenja im Augenblick noch einen weiteren Schnitt bzw. Kurs für Oberteile im Angebot: Ihr Shirt Maritim ist eigentlich ein lässig sitzendes Shirt für schöne Sommertage. Mit ein paar Anpassungen macht es aber auch Spaß im Herbst und im Winter. Bei den anderen Probenäherinnen und natürlich im Showroom auf Svenjas Seite gab es ein paar gelungene Lösungen für Ärmel zu sehen. Ich habe mich entschieden, das Shirt Maritim für meine Maus als Herbst-/Winteredition umzubauen. Ich habe dazu einfach die Ärmel verlängert. Außerdem habe ich etwas mehr Weite genommen und statt Jersey oder Sweat einen eisblauen Fleece gewählt. Da meine Maus wie vermutlich alle Mädchen im Kindergartenalter ein absoluter Eiskönigin-Fan ist, habe ich das Shirt zusätzlich mit einem Zierstich im Schneeflocken-Look aufgepeppt. Von Segue inspiriert, hat der Pulli darüber hinaus statt der einfachen Kante mit einer Streifeneinfassung einen breiteren Kuschelkragen erhalten. Entstanden ist ein wunderschöner Kuschelpulli, der jetzt auf seinen ersten Einsatz wartet - vielleicht schon beim Herbstspaziergang heute nachmittag....

Das war es für heute - Euer Huhn mit Blog

Mittwoch, 23. September 2015

Probenähen ADA mini

In den letzte Tagen sind einige schöne Arbeiten entstanden. Unter anderem hatte ich an einem Probenähen für SO! Schöne Stoffe und Schnittmuster teilgenommen. Designerin Stefanie Kroth hat mit ADA mini einen wunderschönen Schnitt für kleine Mädchen kreiert: Ein schlichtes A-Linien-Kleid, das je nach Materialwahl an die Jahreszeit angepasst und durch seine klaren Formen sowohl klassisch als auch verspielt daher kommen kann.

Bei Kinderkleidern kommt es für mich darauf an, zu welchem Anlass sie getragen werden sollen. Für den Alltag, zum Beispiel im Kindergarten, mag ich eher schlichte Schnitte. Meine Maus hat zwar auch mehrere Sachen von Cottage Mama im Schrank, aber die finde ich zum Spielen, Toben und Raufen eher ungeeignet. Da braucht es etwas bequemes mit viel Bewegungsfreiheit. Es war gerade die Schlichtheit des Schnittes, die mich überzeugte, mich für das Probenähen zu bewerben. Über die Zusage habe ich mich sehr gefreut und mich dann voller Elan an die Arbeit gemacht.

Toll fand ich den konstruktiven Austausch in der Nähgruppe, der den gesamten Prozess begleitet hat. Gab es Schwierigkeiten, so wurde schnell und unkompliziert untereinander geholfen. Das Feedback wurde von Stefanie sehr professionell durch vorbereitete Formulare und Fragebögen unterstützt. Die entstandenen Ergebnisse unterstreichen, wie vielseitig der Schnitt ist. Vom schlichten Alltagskleid in bunten Farben über festliche Kombinationen bis hin zur Freestyle-Variante oder aufwändigen Stickereien und Applikationen ist für jeden etwas dabei. Die gesammelten Ergebnisse des Probenähens sind hier zu bestaunen.

Ich habe nach den ersten Testversionen schnell ein Bild im Kopf gehabt: Mein endgültiges Projekt soll aus Jeansstoff entstehen und mit einer Applikation als Blickfang versehen werden. Ich habe eine Schwäche für Maritimes. Daher hatte ich recht schnell das Bild eines Segelbootes im Kopf, das das Kleid schmücken soll. Bei der Küstenlady entdeckte ich vor einigen Wochen einen ungewöhnlichen Schnitt für ein Utensilo. Schnell kam mir der Gedanke, dass dieses Boot auch eine schöne Vorlage für eine Applikation sein könnte. Ich habe es ein gutes Stück verkleinert und dann entsprechend aufgenäht.

Das Kleid Ada mini gefällt auch meiner Maus sehr gut. Sie wollte es am liebsten gar nicht mehr ausziehen. Auch die Passform gefällt mir sehr gut: Das Vorderteil ist eher schmal geschnitten und liegt an der Schulter gut an. Trotzdem ist genügend Platz, um auch ein T-Shirt mit kurzen oder langen Armen darunter zu ziehen - was dieses Kleid extrem wandlungsfähig für alle Jahreszeiten macht. Durch die etwas weiter geschnittene Rückseite hat es trotzdem sehr viel Bewegungsfreiheit und ist damit perfekt für Räubertöchter, wilde Mäuse und Piratenprinzessinnen.

Den Schnitt gibt es ab sofort hier bei SO! Schöne Stoffe und Schnittmuster.

Damit verlinke ich auch meinen ersten Post auf "Out now"

Samstag, 29. August 2015

kaidso onlinekurse - Probenähen Teil 2 mit dem Shirtkleid Segue

Ich mag lässige Oberteile mit einem gewissen Pfiff. Leider ist es in Übergrößen nicht immer einfach, das passende zu finden. Und wenn es einen schönen Basicschnitt gibt, der nicht nach Kartoffelsack aussieht, dann sind erst einmal umfangreiche Anpassungen an die Passform notwendig.

Daher habe ich üblicherweise ein eher zwiespältiges Verhältnis zu selbstgenähten Oberteilen aus Jersey. Einigermaßen gut sitzende Teile bekomme ich für angemessenes Geld auch zu kaufen. Besser bekomme ich es üblicherweise nicht hin.

Doch dann hatte ich beim Probenähen für Svenja und ihre neue Plattform kaidso onlinekurse auch mal jenseits "meines" Schnittes für das Elfenkleid gestöbert und bin an ihrem Shirtkleid "Segue" hängen geblieben: Ein einfaches Oberteil mit einem kontrastfarbenem Saum und einer Loopkapuze sowie einem pfiffigen Doppeltunnel zum Raffen am Oberschenkel und ein paar anderen charmanten Details. Das gefiel mir, also habe ich zugeschlagen.

Einmal mehr staunte ich beim Ansehen des Videos über Svenjas leicht verständliche Darstellung der Kontruktion. Erster Schritt ist das sorgfältige Maßnehmen: Wie das geht, erläutert Svenja im ersten von insgesamt sechs Videotutorials. Sind diese Maße genommen, geht es im zweiten Schritt direkt auf dem Stoff an die Schnittkonstruktion. Kreide, Maßband und natürlich der passende Stoff und los geht es. Ich war bei der Konstruktion zunächst ein wenig skeptisch. Mein umfangreiches Heck braucht nun mal ordentlich Platz - mehr als auf 1,40 m Stoffbreite zur Verfügung steht.

Doch das ist das Schöne an Svenjas Tutorials: Sie bringt mich dazu, auch einmal unkonventionelle Lösungsansätze auszuprobieren und einfach drauflos zu experimentieren. Außerdem hat sie eine umwerfend offene Art, die Zusammenhänge zu erläutern und auch mal das ein oder andere Geheimnis aus dem Nähkästchen auszuplaudern. Dass sie ein sehr entspanntes Verhältnis zu Bügeleisen hat, gefällt mir zudem besonders gut - Nähte ausbügeln betrachte ich je nach Schnitt als notwendiges Übel, aber es wird auch in Zukunft nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Faszinierend ist, wie einfach das Shirt aufgebaut ist. Da die Konstruktion den eigenen Maßen und damit den eigenen Proportionen folgt, sitzt das Ergebnis perfekt.

In meinen Stoffkisten fand ich aus einer Trigema Sammelbestellung ein großes Stück stahlblaues, leicht fließendes Material mit einem dezenten Glanz. Kombiniert habe ich es mit einem einfachen roten Singlejersey. Ein bisschen hat mich das Farbschema an Superman erinnert - ich glaube, ich geh mal stöbern, ob ich noch einen passenden kleinen Aufnäher finde.

Ich mag das Teil: es ist schnell genäht, hat einen gewissen Pfiff und sitzt richtig gut. Es ist bequem, sieht aber trotzdem nicht nach Kartoffelsack aus und macht alles mit. Den ultimativen Härtetest hat das Shirt schon beim Rumtoben mit meiner Maus im Indoorspielplatz bestanden.

Ich schätze, das Shirtkleid wird nicht lange alleine im Kleiderschrank bleiben: Denn Nr. 2 ist schon in Arbeit und ich habe schon Ideen für Nr. 3 bis 10.

Und dann werde ich mal in Svenjas Tutorials stöbern, was mir noch so gefallen könnte.

Seid gespannt - es geht kreativ weiter.

Euer Huhn mit Blog

Sonntag, 23. August 2015

Probenähen mit kaidso onlinekurse - Outfits für zwei Herbstfeen

Vor einigen Wochen hat Svenja ihre Plattform kaidso onlinekurse gestartet. Svenja bietet auf ihrer Plattform eine Reihe von verschiedenen Kursen an, um eine eigene Maßkollektion anzufertigen. In ihren Videos erklärt sie nicht nur Grundlagen wie das richtige Maßnehmen, sondern gibt auch Einblicke in ihr kreatives Schaffen. Ich mag ihre unorthodoxe Herangehensweise an Schnittkonstruktion. Mit ihrer persönlichen Art und Weise nimmt sie auch Nähanfängern die Angst vor der Maßanfertigung.

Um ihre Videokurse noch einmal auf Herz und Nieren zu prüfen, hat sie ein weiteres Probenähen veranstaltet. Ich durfte dabei ihr Cosplay-/Fantasykleid genau unter die Lupe nehmen. Mit diesem Bild hat Svenja die Nähfeen neugierig gemacht:

Mir gefällt die ungewöhnliche Lösung der Ärmel zum einen mit den lang heruntergezogenen Spitzen und zum anderen mit den offenen Kanten auf der Oberseite. Als ich mich für das Probenähen bewarb, hatte ich zunächst "nur" ein Kleid für meine Maus im Kopf. Wie vermutlich fast alle Mädchen im Kindergartenalter schwärmt sie total für magische Wesen. Die Aussicht, von mir ein richtiges Elfen-Prinzessinnenkleid zu bekommen, rief natürlich große Jubelstürme hervor. Da ich bisher nur nach "richtigen" Schnitten gearbeitet hatte, kam mir die Konstruktion direkt auf dem Stoff zunächst einmal komisch vor. Doch die Angaben zum Maßnehmen und wie diese Maße auf den Stoff zu übertragen sind, sind wirklich so einfach und unkompliziert und auch in dem entsprechenden Tutorial so gut erklärt, dass schnell der Gedanke aufkam, auch ein großes Kleid für mich zu machen.

Welcher Stoff, war einfach zu beantworten. Um etwas Neues zu testen, nehme ich gerne den günstigen Baumwollstoff vom großen Schweden. Da tut es nicht so weh, wenn wirklich mal ein Fehler unterläuft. Denn bei dem ersten Kleid für meine Maus habe ich prompt alles falsch gemacht, was falsch zu machen ging. Ich habe die Nahtzugaben zu knapp und den Halsausschnitt zu üppig bemessen. Natürlich saß das Kleid nicht so, wie es sitzen soll. Aber meiner Tochter war das völlig egal: Sie hätte das Kleid am liebsten schon bei der ersten Anprobe nicht mehr ausgezogen. Dabei zeigte sich jedoch, dass die wundervollen Ärmel für ein Kind etwas zu lang sind. Also habe ich sie einfach gekürzt: Sie hat die Arme nach beiden Seiten ausgestreckt, und ich habe die Ärmel in Höhe der Handgelenke entsprechend abgeschnitten. Der Charakter des Kleides bleibt dennoch erhalten.

Ich habe ihr das Kleid fertig gemacht: Anschließend ist meine Zaubermaus mit wachsender Begeisterung damit durch den Garten getanzt. Ihr dabei zuzusehen, hat mich darin bestärkt, auch für mich ein solches Kleid zu nähen.

Nun bin ich von meinen Maßen (oder besser Massen) weit entfernt von der Figur einer Elfe. Doch Karneval kommt schneller als man denkt, und da ist zumindest hier im Rheinland ein kreatives Kostüm sozusagen Pflicht. Eine Elfe, die gar nicht elfenhaft daher kommt, das gefällt mir von der Idee her.

Ich liebe den Herbst als Jahreszeit mit ihrem bunten Laub und ihren Farben. Also lag der Gedanke nahe, das Gewand einer Herbstfee zu kreieren. Doch zunächst galt es auch für mich, das Grundkleid zu fertigen. Dieses Mal benötigte ich deutlich mehr Stoff als für das Kleid der Maus. Zu einer Geduldsprobe der besonderen Art wurden die scheinbar unendlichen Säume entlang der Ärmel und der Ausschnittkanten. Diese sollten einen besonderen Akzent bekommen: Also entschied ich, diese mit einem Zierstich zu säumen. Das monotone Rattern meiner Nähmaschine während dieser Arbeit hatte etwas meditativ-einschläferndes - immerhin galt es, gut 6 Meter Kanten zu säumen. Am Rocksaum habe ich darauf verzichtet und einfach nur mit Gradstich gesäumt. Und so sieht mein fertiges Grundkleid jetzt aus:


Ich freue mich darauf, morgen erste Tragebilder zu machen. Inzwischen habe ich auch ein zweites Kleid für meine Maus fertig - dieses Mal mit den richtigen Maßen und Nahtzugaben.

Nun sieht das noch lange nicht nach einer "Herbstfee" aus. Daher ist der erste Schritt erst einmal das Einfärben der Kleider. Beide werden morgen in der Waschmaschine mit brauner Textilfarbe ein paar Runden drehen. Anschließend werde ich in meinen Kisten kramen und nach weiterer Deko suchen. Stoff- oder Filzblätter, goldene Rocailles, Pailetten in Blattform oder klassisch rund, vielleicht auch ein Konstraststoff für das Füttern der Ärmel - mal schauen, wohin die Reise geht und was am besten passt.

Auf jeden Fall bin ich noch nicht am Ende meiner Reise mit diesem wundervollen Schnitt von Svenja. Wie es mit unseren beiden Herbstfeen weitergeht, werde ich hier entsprechend dokumentieren.

Seid gespannt - bis bald!

Euer Huhn mit Blog

Sonntag, 16. August 2015

Probenähen einmal anders - Butterick B622

Probenähen finde ich spannend: Wo besteht sonst die Gelegenheit, dem Ersteller eines Schnittes über die Schulter zu schauen? In meinem bevorzugten Forum rund ums Nähen www.hobbyschneiderin24.net suchte das Redaktionsteam vor einigen Monaten Interessenten für ein etwas anderes Probenähen. Hier sollten die Nähfeen neue Schnitte von etablierten Verlagen auf Herz und Nieren prüfen und ihre Erfahrungen beim Bearbeiten schildern.

Ich habe mich sehr gefreut, für das Forum den Test mit einem neuen Butterick-Schnitt machen zu dürfen: Modell B6222 der Designerin Connie Crawford. Schöne Schnitte in Übergröße zu finden, ist eine Wissenschaft für sich: Jersey ist häufig das Material der Wahl. Häufig haben die Kleider eine gewisse "Kartoffelsack-Ästhetik". Darüber hinaus gibt es Gelegenheiten, bei denen Kleider aus Jersey und anderen dehnbaren Stoffen einfach nicht angemessen sind. Außerdem mag ich diese "Wurstpellenoptik" nicht, die viele Jerseyteile haben. Zudem haben die meisten beliebten Jerseykleider, die mir im Netz immer wieder begegnen, oft nur eine einfache Schnittführung - was vermutlich den Wünschen der meisten Näherinnen entgegen kommt. Tut mir leid: Ich finde, ein Kleid mit Abnähern hat einfach eine bessere Passform. Hier fand ich nun einen ansprechenden Schnitt aus "Webware". Ich halte es da wie Queen Elisabeth: Mit einem Kleid ist man (frau) immer gut angezogen - schöne Schuhe und ein bisschen Schmuck dazu, fertig.

Das besondere an diesem Kleid sind seine asymmetrischen Nähte, die dem ganzen einen eleganten und zeitlosen Look verleihen. Da meine Figur immer mehr zu einem O tendiert, deuten diese Linien zudem eine Taille an, wo es im Original keine mehr gibt. Diese schrägen Nähte sollten sich allerdings beim Nähen als echte Geduldsprobe erweisen.

Größe 2X entspricht ungefähr einer deutschen 52/54. Als Material fand ich bei meinem örtlichen Händler eine schöne leichte Viskose in marineblau mit einer dezenten Melangeoptik, was auch den Stoffempfehlungen von Butterick mit leichten bis mittelschweren Stoffen entsprach.

Wer schon einmal mit amerikanischen Schnitten von Butterick, McCalls, Vogue oder Simplicity gearbeitet hat, kennt dieses typische feine braune Schnittmusterpapier. Da es gerne ziemlich zerknittert aus dem Umschlag kommt, ist ein Bügeln des Schnittes empfehlenswert. Schnell gibt es sonst Passprobleme, weil durch die Knicke ein paar (oft entscheidende) Zentimeter fehlen. Nun sind die Rockteile des Kleides allerdings ziemlich groß - und ich habe nur ein kleines Bügelbrett. Ich hatte ständig Sorge, dass das feine Papier bei dieser Prozedur reißt.

Der Zuschnitt war relativ problemlos, wenn auch aufwendig: Da sämtliche Schnittmusterteile asymmetrisch angelegt sind, muss jedes Teil für sich einzeln auf einfacher Stofflage ausgeschnitten werden. Zum Glück habe ich im Wohnzimmer genug Platz, um eine 1,50 m breite und 3,40 m lange Stoffbahn entsprechend auslegen zu können.

Das Nähen selbst lief ohne größere Probleme. Die Anleitung war für mich gut verständlich und nachvollziehbar. Schwierigkeiten hatte ich lediglich beim einseitig verdeckten Reißverschluss: Dieser ist mir bei meinen bisherigen Projekten noch nicht begegnet, war aber dank Grundlagenbuch, Suchmaschine und Videoanleitungen am Ende ohne größere Probleme zu meistern. Bei diesem Kleid bewahrheitete sich einmal mehr eine alte Weisheit: Das Bügeleisen ist eine Nähhilfe. Gefühlt stand ich ständig am Brett. Die vielen schrägen Nähte galt es bei jedem Schritt, sorgfältig auszubügeln.

Das Ergebnis gefällt mir sehr gut: Mein Maßstab ist bisher Konfektionsware. Da habe ich Sachen im Schrank, die deutlich schlechter sitzen. Allerdings ist doch das ein oder andere zu bekritteln: Die Abnäher im Rücken sitzen gut, aber die Brustabnäher müssen für mich ein wenig versetzt werden. Hier habe ich Zugfalten - wie auf dem Bild hier rechts gut zu erkennen ist. Außerdem zieht das Kleid ein bisschen nach vorne: Das ist zu erkennen an der Schulternaht, die nicht exakt in der Mitte meiner Schulter liegt. Ich vermute, das hängt mit dem doppelten Rockteil zusammen. Vorne ist einfach mehr Stoff und damit mehr Gewicht als hinten. Außerdem hoffe ich, dass eingehaltene Ärmelnähte und ich irgendwann doch noch Freundschaft schließen: Es gelingt mir nur selten, diese ohne sichtbare Falten zu nähen. Die überschnittenen Schultern, die auch auf den Bildern des Herstellers gut zu sehen sind, werde ich beim nächsten Kleid etwas anheben. Die Armkugel sollte für meinen Geschmack etwas höher sitzen - zwei, maximal drei Zentimeter dürften hier reichen. Außerdem denke ich, dass ich mit einem unsichtbaren Reißverschluss besser bedient bin. Das Gefrickel mit dem einseitig verdeckten Reißer ist für mich noch sehr gewöhnungsbedürftig.

Hier findet ihr meine abschließende Beurteilung des Schnittes.

Eine zweite Version wird es definitiv geben. Ich kann mir dafür ein schönes leuchtendes Rot sehr gut vorstellen. Aber auch die zweifarbige Variante wie im Muster gezeigt finde ich sehr reizvoll.

Aber im Augenblick bin ich mit dieser Version sehr zufrieden - genau richtig für schöne Sommertage...

Freitag, 14. August 2015

Ein altes Schätzchen: Singer No. 66 aus dem Jahr 1911

Heute möchte ich euch einen ganz besonderen Schatz vorstellen: Meine "Singer No. 66 "Red Eye" aus dem Jahr 1911.

Eine liebe Bekannte stieß beim Kellerentrümpeln auf einen alten Holzkasten mit goldenem Singer-Aufdruck. "Ich glaube, ich habe eine Nähmaschine gefunden. Vielleicht kannst du damit was anfangen."

"Oha, schwer", war mein erster Gedanke. Erschwerend dazu kam, dass der Schlüssel für die Metallbeschläge nicht vorhanden war. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick gelang es uns, die Haube zerstörungsfrei zu entfernen. Was uns darunter erwartete, überraschte: Zum Vorschein kam eine etwas verstaubte, eindeutig alte Nähmaschine.

Das auffälligste an ihr sind ihre aufwändigen Dekore in rot und gold. Der erste Eindruck war ausgezeichnet, ein vorsichtiges Drehen am Schwungrad hinten zeigte, dass das gute Stück funktionsfähig ist. Sogar Nähgarn war noch eingefädelt. Leider konnte mir meine Bekannte nicht mehr sagen, wer damit zuletzt genäht hatte.

Überrascht hat mich bei der weiteren Bestandsaufnahme die Tatsache, dass es sich bei diesem alten Stück eindeutig um eine elektrische Nähmaschine handelt. Meine alte Dame besitzt einen externen Motor und sogar eine Beleuchtung. Allerdings gab uns der Stecker einige Rätsel auf: Es war ziemlich klar, dass es sich hier nicht um einen deutschen Stecker handelt. Der Blick auf das Motorschild verriet zudem, dass der Motor nur mit 110-120 Volt betrieben werden darf - was für eine amerikanische Herkunft spricht. Allerdings gehörte ein deutsches Kabel zur Ausstattung, und auf der Garnrolle war ein deutsches Fabrikat aufgespult.

Alles in allem warf die Maschine und ihre Geschichte mehr Fragen auf, als ich Antworten finden konnte. Aber es war klar, dass ich das gute Stück nicht wieder in einer finsteren Kellerecke verstauben lassen möchte.

Zum Glück gibt es in meinem bevorzugten Forum www.hobbyschneiderin24.net auch eine Abteilung für Altertümchen. Dort stellte ich meinen Schatz vor und erhielt auch relativ schnell Antworten auf meine Fragen.

Zuerst bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei unserem Fund um eine Singer 221-1 handelt, weil im Zubehörkasten auch eine entsprechende Bedienungsanleitung lag. Lachen mussten wir über die Visitenkarte des damaligen Verkäufers. Leider bin ich dem Rat aus dem Forum nicht gefolgt, ihn mal anzurufen, um ihn nach der Maschine zu fragen - wäre bestimmt ein interessantes Gespräch gewesen...

 Die Altertumsfans aus dem Forum brachten mich schließlich auf die richtige Spur:
Bei meinem Modell handelt es sich um eine Singer No. 66. Nach ihren auffälligen Dekoren, die ein wenig an rote Augen erinnern, hat sich auch ihren amerikanischen Spitznamen "Red Eye" erhalten.


Ein weiterer Tipp führte mich zu ihrem "Geburtsort": Sie wurde im Singer-Werk in Elisabethport gebaut. Der Vergleich der Seriennummern beim Veritas-Club brachte schließlich die große Überraschung: Meine Maschine stammt aus dem Jahr 1911. Dank der Seriennummer kann ich ihren Entstehungszeitraum relativ präzise eingrenzen. Sie wurde nach dem 15. Januar 1911 und vor dem 11. April 1911 gebaut. Das Modell No. 66 war eine schwere Haushaltsnähmaschine.  Ich wusste bis zu diesem Augenblick nicht, dass es 1911 überhaupt schon elektrische Nähmaschinen gab. Aber der Blick in die Historie von Singer zeigt: 1889 hat Singer bereits die erste funktionsfähige Maschine mit Elektroantrieb entwickelt.

Anschließend habe ich das gute Stück erst einmal ordentlich sauber gemacht und entstaubt. Überrascht war ich, dass die Maschine vergleichsweise sauber daher kam. Die Bilder, die ich von anderen alten Maschinen gesehen hatte, ließen mich auf das Schlimmste gefasst sein. Doch die Mechanik war leichtgängig, kaum Dreck oder verharzter Staub. Also brauchte ich die nur vorsichtig zu säubern und gut mit einem hochwertigen Nähmaschinenöl schmieren.

Die große Unbekannte blieb der Motor. Würde dieser nach all den Jahren noch funktionieren? Klarheit brachte schließlich ein Test mit einem Spannungswandler. Angeklemmt, eingeschaltet - und prompt ging bei meiner alten Dame das Licht an. Ein vorsichtiger Druck auf das Fußpedal ließ den Motor schnurren wie eine satte Katze. Das Nahtbild ist überraschend sauber und präzise, die Sticheinstellungen gut zu handhaben. Lediglich der Treibriemen, der Motor und Antrieb verbindet, hat im Laufe der Jahre gelitten und ist an manchen Stellen brüchig geworden. Diesen werde ich noch ersetzen - das Ersatzteil dazu liegt bereits hier in der Schublade.

Jetzt steht das gute Stück sauber und einsatzbereit als Blickfang in meinem Nähzimmer. Ich freue mich darauf, ihre Fähigkeiten bei meinem nächsten Quiltprojekt zu erproben. Im Moment habe ich noch einen Patchwork-Swap laufen. Meine Blöcke zum Thema Herbst möchte ich in der Quilt-as-you-go-Methode auf meiner rotäugigen Lady quilten. Aber das ist eine andere Geschichte...

Bis zum nächsten Mal - euer Huhn mit Blog

Dienstag, 28. April 2015

Cottage Mama Fieber

Ich stöber unheimlich gerne in den Tiefen des WWW. Vor allem auf amerikanischen Seiten gibt es so viele Inspirationen. Da ich viel für meine Maus nähe, was abseits der üblichen beliebten Schnitte hier ist, schaue ich gerade bei Kindersachen genauer hin.

Irgendwann bin ich über Lindsay Wilkes und ihren Blog Cottage Mama gestolpert. Das "Party Dress" war der Einstieg in Lindsays Nähwelt. Mein erstes Werk bestand aus einem hellblau-weiß kariertem Stoff mit Lochstickerei:






Bald schon fing ich damit an, mit dem Schnitt zu experimentieren. Mein nächstes Party Dress erhielt einen sogenannten Bananenrock. Pate standen diese großen, rot-weiß geringelten Lutscher, die es auf der Kirmes gibt:


Aber auch in einem anderen Stoff ganz klassisch nach der Anleitung macht das Party Dress eine gute Figur:


Einige Zeit später zog Lindsays Buch "Sew Classic Clothes für Girls" bei mir ein und die ersten Projekte daraus ließen nicht lange auf sich warten:Als erstes wagte ich mich an ein "A-Line-Round-Neck" und eine "Ruffled Capri":


Hier hatte ich gleich mehrere Dinge kombiniert und eine alte Tunika und eine ausrangierte Jeans von mir in neue Sachen für meine Maus verändert.

Im Herbst 2014 hatte Lindsay einen Wettbewerb ausgeschrieben: Hierfür nahm ich mit den "Janey Jumper" vor und nähte eine klassische Kombi in grau und blau mit einer handgesmokten Zierleiste.



Der Wettbewerb war eine faszinierende Erfahrung. Ich war wirklich sehr beeindruckt, welche tollen kreativen Ideen die Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt umsetzten. Das Siegerkleid war auch einer meiner Favoriten.


Lange bin ich um den nächsten Schnitt herumgeschlichen. Doch zu Weihnachten MUSSTE es mein persönlicher Lieblingsschnitt von Lindsay sein: Das Georgia Vintage Dress.




Und weil es so schön war, gab es den wenige Wochen später noch einmal in der Karnevalsedition als "Eisfee":







Inzwischen ist noch eine Variante des Georgia Vintage Dress entstanden: Dieses Mal im klassischen 1950er Look und Tellerrock. Das Stöbern in Schränken udn Schubladen förderte für dieses Kleid einen ganz besonderen Schatz hervor: Der herzförmige Knopf am Kragen gehörte in den 1950er Jahren zu einer Kleiderkombi, die meine Mutter von ihrer Oma genäht und gestrickt bekam.





Ich mag Lindsays Schnitte wirklich sehr gerne und habe auch schon den Kopf voller Ideen für die nächsten Projekte danach. Falls jemand weiß, wo es Zeit in handlichen Einheiten zu kaufen gibt, freue ich mich über einen Hinweis.


Bis bald - Euer Huhn mit Blog :-)